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Die acht Aufnahmen wurde mit einer Pentax 67 Mittelformatkamera mit Filmansaugung gemacht. Die Ansaugung mittels einer batteriebetriebenen kleinen Vakuumpumpe hält den Film absolut plan, so dass partielle Unschärfen durch Filmwölbung nicht auftreten können. Als Aufnahmeoptik habe ich das Pentax 400 ED (IF) bei Blende 4 (kleinste Blende) eingesetzt. Belichtungszeit war jeweils 50 min. Nachgeführt wurde mit einem Pentax SDHF 75 und einer ST4. Als Montierung setze ich eine Vixen GP/DX ein, die mit dieser Kombination allerdings schon an Ihre Grenzen stößt.

Unten ist das "Orion Deep Field" mit den einzelnen Mosaiknummern versehen dargestellt:

Mosaik mit Nummern

Mosaik mit Nummern versehen

Da die Nummern auf der rechten Seite, also 2, 4, 6 und 8 zuerst kulminieren, habe ich mit ihnen in den jeweiligen Nächten zuerst begonnen. Dabei sind die tieferstehenden Teile besonders kritisch, da sie tiefer stehen und von der gering vorhandenen Lichtverschmutzung im Südwesten (Los Llanos de Aridane) besonders ausgesetzt sind. Dazu muss man wissen, dass der Orion Anfang Februar nach Einsetzen der astronomischen Dämerung kulminiert. So begann ich die erste Nacht (Tag der Ankunft) am 02.02.2008 um 21:40 UT mit Mosaik Nr. 2. Während die Aufnahme lief blickte ich in die Caldera, die sich zu Beginn der Aufnahme vollständig von Wolken bedeckt zeigte. Dadurch konnte ich dieses Mosaik unter perfekten Bedingungen aufnehmen, da ich Lichtverschmutzung praktisch ausschließen konnte. Leider konnte ich keine weiteren Aufnahmen mehr machen, da Wolken aufkamen. In der Folgenacht am 03.02.2208 nahme ich zunächst Mosaik Nr. 2 ab 21:04 UT, dann Nr.4 ab 22:53 UT und Nr. 3 ab 23:58 UT. Anschließend war der Orion schon im Südwesten im Sinken begriffen, so dass ich noch IC2177 und M46 & M47 aufnahm. Die nächste Möglichkeit bot sich am 05.02.2008, wo ich Nr. 6 ab 20:23 UT, Nr. 5 ab 21:38 UT, Nr. 8 ab 22:58 UT und Nr. 7 ab 0:30 UT aufnahm. Während der Aufnahme des Mosaiks Nr. 7 zogen leider Zirren durch, die ich trotz des Leitsternverlust am Ende (den die ST4 meldete) aber nicht bemerkte.

Übrigens: Wenn die Aufnahmen laufen, beobachte ich meist mit einem 10x50 Feldstecher. Ich habe dann meist keine konkreten Ziele. In jener Nacht versuchte ich mich zu fortgeschrittener Nachtzeit am Gegenschein, der viel später kulminiert. Zwischen M44 und den Kopf bzw. den Tatzen des Löwen gelang mir die Sichtung schließlich sehr leicht. Der Gegenschein ist erstaunlich hell und ich konnte ihn selbst unter schlechteren Bedingungen die folgenden Tage leicht sehen.

Die untenstehende Aufnahme zeigt den Sternenhimmel Anfang Februar auf dem Roque bei perfekten Bedingungen.

Sternenhimmel

So sieht der perfekte Himmel aus.

Zur Bearbeitung wurden die Positive zunächst in einem Buch gepresst um sie für den anschließenden Scanprozess vorzubereiten. Das dauerte bereits mehrere Wochen. Dann wurden sie zunächst mit 2000dpi gescannt. Dabei stellte sich heraus das die anfallenden Datenmengen der Mosaike so groß sind, dass sie in den zur Verfügung stehenden Applikationen nicht mehr verarbeitet werden können (Manche Applikationen haben auch Probleme einen größeres Speicherplatzvolumen zu allokieren bzw. nutzen wie z.B. PixInsight 1.0 bzw. LE und stürzen dann mit entsprechenden Fehlermeldungen ab). So beschränkte ich mich schließlich auf Scans mit einer Auflösung von nur 1000dpi, wobei ein Scan aus 16 Einzescans gemittelt wurde (Scaneinstellung im Handbuch des Scanners Nikon Coolscan 9000 ED) um das Rauschen zu minimieren. Das finale Bild hat dann immer noch ca. 7300x4900 Pixel. Die folgende Aufnahme zeigt den Rawscan des Mosaiks Nr. 2. Deutlich ist die Vignettierung vor allem in den rechten Bildecken zu sehen.

Der Rawscan von Mosaik Nr. 2

Rowscan des Mosaiks Nr. 2

Der Rotstich der Aufnahme ist übrigens ein Phänomen des Films Kodak E200, der vor allem bei Pushentwicklung dazu neigt. Durch die gute Empfindlichkeit im Roten zeichnet er auch die roten Emissionen von Natriumdampflampen auf. Darüber hinaus sorgen Aerosole, die vor allem bei Ost- und Südostwind vom afrikanischen Festland herangeweht werden (aufgrund der Partikelgröße), können ebenfalls für einen roten Himmelshintergrund sorgen.

DBE (Dynamic Background Extraction) in PixInsight LE 1.0

Anschließend wird das künstliche Flat vom Rawscan subrahiert.

Subraktion in PixInsight LE 1.0

Nun ist das Bild geflatted und kann weiter bearbeitet werden. Nach einigen Standardbearbeitungsschritten wie Tonwertkorrektur und Anpassung der Gradation sieht man recht schnell, ob das Flatfield brauchbar war. Insbesondere erkennt man zunächst nicht sichtbare schwache Objekte, so dass man beim nächsten Versuch die Stützstellen besser setzen kann. Eine Endfassung dieses Bildes kann man hier sehen.

Nach der Subtraktion des Flatfield

Nach Anwendung des Flatfields kann die Bild auch mit anderen auf diese Art bearbeiteten Bildteile in Registar kombiniert werden.

Kombination in Registar

Die Kombination aller Aufnahmen sieht dann so aus:

Kombination aller Aufnahmen

Anschließend wird das Bild in PixInsight erneut geöffnet, beschnitten und weiter bearbeitet. Im wesentlichen heisst das, eine Tonwertkorrektur machen, Gradationskurven bis zu 10 Mal bearbeiten und die Sättigung etwas verstärken.